Nottaufe als Schutz

Ein Zeichen Gottes

Ein Zeichen Gottes: Wie der Tod meiner Mutter und der Verlust meines Sohnes nach einer abgebrochenen Hausgeburt mit Hebamme in Pfaffenhofen (Notkaiserschnitt) mich mit Glaube, Hoffnung und Trost verbindet.

Trauma Heilung Glaube

Trauma Heilung /Gott & MariaDen Verlust eines Kindes zu überleben, ist wohl der schlimmste Schmerz, den eine Mutter je ertragen kann.Mutter Gottes und ihr getöteter Sohn Den Verlust eines Kindes zu überleben, ist wohl der schlimmste Schmerz, den eine Mutter je...

Taufkerze mit christlichen Symbolen, angefertigt von Ordensschwester Maria Goretti Böck für die Nottaufe im AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg am 30.09.21.

Trauma, Mutterliebe und der Glaube nach einer abgebrochenen Hausgeburt in Pfaffenhofen

 

In den folgenden Abschnitten erzähle ich meine persönliche Geschichte und die meines Sohnes Arthur. Alles begann mit einer geplanten Hausgeburt in Pfaffenhofen, die jedoch abgebrochen werden musste. Aus dem ersehnten natürlichen Geburtsverlauf wurde ein Notkaiserschnitt im Krankenhaus.

Als ich mein Kind das erste Mal im Krankenhaus sah, spürte ich sofort, wie sehr ich ihn liebte. In diesem Augenblick war mir klar, dass ich nichts sehnlicher wollte, als seine Mama zu sein. Erst durch Arthur verstand ich, was es bedeutet, Mutter zu sein – mit aller Verantwortung, Hingabe und Liebe.

Mein Glaube, der durch die Empfängnis Arthurs am 24.12.2020, also an Weihnachten, besonders stark war, wurde in dieser schweren Zeit auf eine harte Probe gestellt. Der Verlust meines Sohnes erschütterte meinen Glauben zutiefst und ließ mich an Gott zweifeln.


Symbolbild der Nottaufe: Taufbecken mit Kerzen und einem Kreuz im Krankenhaus St. Elisabeth in Neuburg.

Nach abgebrochene Hausgeburt Pfaffenhofen Nottaufe am 30.09.21 im Krankenhaus St. Elisabeth, Neuburg

Ein Akt der Liebe und Hoffnung: Die Nottaufe im AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg

Die Nottaufe unseres Sohnes Arthur war ein Akt der Liebe und zugleich ein Zeichen unserer Hoffnung. Als er im Krankenhaus eine weitere schwere Lungenentzündung bekam und nicht klar war, ob er diese Infektion überleben würde, wussten mein Mann und ich: Wir wollten ihn unbedingt taufen lassen.

Die Taufe sollte ein Schutz für ihn sein. Falls Arthur uns verlassen müsste, sollte er in die Arme Gottes aufgenommen werden und seinen Platz im Himmel sicher haben. Dieser Gedanke schenkte uns Trost, Hoffnung und inneren Frieden inmitten der Angst und Unsicherheit.

Im Eingangsbereich des AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg entdeckten wir eine kleine Kerze in einer Vitrine des Klosters St. Elisabeth. Für uns war sofort klar: Diese Kerze sollte Arthurs Taufkerze werden. Schwester Maria Goretti aus dem Kloster versah sie liebevoll mit seinem Namen und dem Taufdatum.

Die damalige Klinikseelsorgerin Angelika Heimisch verwandelte unser Krankenzimmer auf der Intensivstation in einen heiligen Raum. Normalerweise sind dort keine Kerzen erlaubt, doch in dieser Situation machte sie das Unmögliche möglich. Mit Kerzenlicht, Musik und einer bewegenden Taufrede schenkte sie uns einen Moment voller Spiritualität, Glaube und Mutterliebe.

Die eigentliche Taufe fand in einem Raum des Krankenhauses statt – schlicht, aber erfüllt von Liebe, Glauben und Hoffnung. Danach gingen wir gemeinsam mit meinen Eltern in die Kapelle der Klinik. Dort verweilten wir im Gebet, voller Dankbarkeit für Arthurs Leben und in der Hoffnung, dass Gott uns weiterhin Kraft schenkt.


Nächte voller Suche und Halt im Wort Gottes

In dieser schwierigen Zeit fand ich keinen Schlaf. Oft irrte ich in den Gängen der Klinik umher, getrieben von Sorge und Sehnsucht nach meinem Kind. Im Vorraum der Kapelle entdeckte ich eine Bibel. Sie enthielt Kapitelvorschläge für Menschen, die Trost suchten. Immer wieder schlug ich sie auf, las in den Versen und fand dort zumindest für kurze Momente Ruhe und Zuversicht.

Manche Nächte verbrachte ich sogar auf der Treppe vor der Intensivstation. Dort zu sein, so nah bei Arthur, gab mir das Gefühl, ihn nicht allein zu lassen. Es waren Nächte voller Erschöpfung, aber auch voller Liebe und stillem Gebet. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie grenzenlos die Kraft einer Mutter sein kann, wenn es darum geht, ihrem Kind nahe zu sein.


Ein Engel im Klinikum

Besonders dankbar bin ich Angelika Heimisch, der damaligen Klinikseelsorgerin im AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg. Sie war in unserer dunkelsten Stunde ein Engel an unserer Seite. Sie spürte, wie groß mein Schmerz war, und schenkte mir Halt, Trost und Hoffnung.

Ihre Begleitung endete nicht mit Arthurs Klinikaufenthalt. Auch nach unserer Rückkehr nach Hause blieb sie ein wertvoller Anker für mich. Ihre Wärme und ihr Mitgefühl halfen mir, die Trauer zu verarbeiten und meinen Glauben Stück für Stück wiederzufinden.


Links & Quellen

    • [Klinikum St. Elisabeth Neuburg]

      • [Kloster St. Elisabeth]